Ein Stück Brot, etwas Olivenöl, vielleicht eine Prise Salz. Mehr braucht es nicht, um einem Öl Raum zu geben: Wie duftet es? Wie fühlt es sich auf der Zunge an? Was bleibt nach dem ersten Bissen?
Für uns hat diese einfache Kombination einen ganz konkreten Bezug.
Unser Òzu von Pedralonga stammt aus den Olivenhainen unserer Familie in Serrenti auf Sardinien. Dort liegen auch die Wurzeln von Sapori Sardi.
Deshalb möchten wir euch nicht nur das fertige Öl vorstellen, sondern erzählen, worauf es bei der Olivenernte ankommt.
Wann werden auf Sardinien die Oliven geerntet?
Der Herbst ist auf Sardinien Olivenerntezeit. Oktober und November sind wichtige Erntemonate, doch einen einzigen Termin für die gesamte Insel gibt es nicht. Die Früchte verschiedener Sorten reifen unterschiedlich, und auch die Bedingungen im jeweiligen Anbaugebiet spielen eine Rolle.
Entscheidend ist deshalb nicht allein das Kalenderdatum, sondern der Zustand der Oliven. Ein wichtiger Anhaltspunkt ist die sogenannte Invaiatura:
die Phase, in der die Früchte beginnen, ihre Farbe zu verändern.
Wie eng Reife und Ernte zusammengehören, zeigt auch die Produktionsspezifikation für die geschützte Herkunftsbezeichnung „Sardegna“:
Sie sieht die Ernte ab dem Beginn dieser Reifephase vor. Das ist ein Beispiel für die Qualitätsanforderungen im sardischen Olivenanbau – keine Aussage darüber, dass jedes sardische Öl diese Herkunftszertifizierung trägt.
Wenn euch auch die andere große Erntezeit der Insel interessiert, lest unseren Beitrag zur Weinlese auf Sardinien.
Von der Olive am Baum bis zur Verarbeitung
Bei der Ernte geht es darum, die Früchte vom Baum zu holen und ihre Qualität bis zur Verarbeitung zu bewahren. Handarbeit und mechanische Unterstützung schließen sich dabei nicht aus.
Für unser Òzu werden die Oliven von Hand und mithilfe handgeführter mechanischer Rütteltechnik geerntet. Anschließend erfolgt die Verarbeitung in einer modernen Zwei-Phasen-Extraktionsanlage.
Auch nach der Ernte verdient die Olive Aufmerksamkeit. Geeignete, belüftete Behälter und eine zeitnahe Verarbeitung gehören zu den Anforderungen der sardischen DOP-Spezifikation. Dort ist beispielsweise vorgeschrieben, die Früchte innerhalb von zwei Tagen zu verarbeiten. Bereits auf den Boden gefallene Oliven sind für diese Produktion ausgeschlossen.
Hinter einer Flasche Olivenöl steht also mehr als der letzte Arbeitsschritt in der Ölmühle:
Ernte, Transport und Verarbeitung müssen zusammenpassen.
Òzu: unser Familienolivenöl aus Serrenti
Òzu ist ein natives Olivenöl extra aus unserem Familienbetrieb Pedralonga. Sein Profil beschreiben wir als frisch und kräuterig, mit einem samtigen Mundgefühl und einer würzigen Note im Abgang.
Für uns ist vor allem die Herkunft wichtig:
Wir kennen den Ort und die Familie hinter dem Öl. Diese Verbindung möchten wir mit Sapori Sardi weitergeben – mit einem Produkt aus unseren eigenen Familienhainen.
Warum Olivenöl bitter oder leicht scharf schmecken darf
Wer bisher vor allem sehr milde Öle verwendet hat, kann beim Probieren überrascht sein. Eine gewisse Bitterkeit auf der Zunge oder eine leichte Schärfe im Rachen sind nicht automatisch Fehler.
Fruchtigkeit, Bitterkeit und Schärfe zählen bei der professionellen sensorischen Bewertung zu den positiven Eigenschaften nativer Olivenöle. Wie deutlich sie ausfallen, unterscheidet sich von Öl zu Öl.
Das bedeutet allerdings nicht:
Je schärfer, desto besser. Und aus dem Geschmack allein lässt sich kein konkreter Polyphenolgehalt ablesen.
Beim Probieren lohnt es sich zunächst, auf das Zusammenspiel von Duft, Geschmack und Mundgefühl zu achten.
So könnt ihr Òzu in der Küche kennenlernen
Unser Vorschlag für die erste Kostprobe:
Probiert etwas Öl pur und anschließend auf einem Stück schlichtem Brot. Ohne Knoblauch, Tomaten oder kräftige Gewürze lässt sich sein eigener Geschmack leichter entdecken.
Danach könnt ihr ausprobieren, welche Kombination euch am besten gefällt:
-
Auf geröstetem Brot: Mit Tomaten und einer Prise Salz, das Öl erst zum Schluss darübergeben.
-
Zu Ofengemüse: Etwas Òzu über die fertig gegarten Karotten, den Kürbis oder die Zucchini träufeln.
-
In einer Bohnensuppe: Einen kleinen Schuss direkt in den Teller geben und vor dem Umrühren probieren.
- Zu Pasta: Für eine einfache Kostprobe warme Pasta mit etwas Öl vermengen und erst danach weitere Zutaten ergänzen.
Weitere Tipps findet ihr in unserem Beitrag Olivenöl kaufen: So findet ihr das passende Öl für eure Küche.
Das sind bewusst einfache Ideen.
So könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr das Öl lieber als würzigen Akzent einsetzt oder ihm die Hauptrolle überlasst.
Gut aufbewahren, bewusst genießen
Schützt Olivenöl vor Licht, übermäßiger Wärme und Luft. Bewahrt die Flasche gut verschlossen an einem dunklen Ort auf – nicht direkt neben dem Herd oder auf einer sonnigen Fensterbank.
Wenn ihr unser Familienolivenöl kennenlernen möchtet, findet ihr hier Òzu von Pedralonga aus Serrenti.
Liebe Grüße
Paola & Patrick
0 Kommentare